Altenhilfe

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Auch in der Pflege: Menschen in Not

Stand September 2007

DBSH fordert verbindliche Qualitätskriterien, soziale Begleitung und verbindliche Personalentwicklung.

5. September 2007: Die Feststellung, dass es um die „Pflegelandschaft“ in Deutschland nicht gut bestellt ist, dürfte kaum etwas neues sein. Seit Jahren protestieren Betroffene und Initiativen gegen den andauernden Skandal, ohne dass sich Wesentliches verbessert hat. Dies bestätigt jetzt der „2. Bericht des Medizinischen Dienstes (MDS) zur Qualität in der ambulanten und stationären Pflege“. Danach wurde 2006 jeder zehnte Pflegebedürftige (2003 = 17,4 %) in Heimen unangemessen versorgt, 5,7 Prozent beträgt diese „Defizitquote“ in der häuslichen Pflege. Soweit berichtete auch die Presse, sie sprach von einem „miesen Zeugnis für die Pflege“. Bedauerlicherweise finden sich in vielen Veröffentlichungen aber nur diese Prozentangaben, nicht jedoch die Zahl der Menschen, die von diesen Fehlentwicklungen betroffen sind:

Wenn der Pflegezustand bei 10 % der Menschen in Heimen ungenügend ist, so bedeutet dies, dass bei 67.000 Menschen noch nicht einmal pflegerische Mindeststandards eingehalten werden. In der ambulanten Pflege ist der Pflegezustand bei 26.878 Menschen unzureichend.
In 6,5 % aller Heime wird nicht gesetzeskonform mit freiheitseinschränkenden Maßnahmen umgegangen, im Ergebnis sind über 45.000 Menschen davon bedroht, rechtswidrig fixiert oder festgehalten zu werden!

Bei 35,5 % der stationären und 42,4 % der ambulanten Pflegedienste gibt es keine angemessenen Vorkehrungen gegen Wundliegen: damit leben über 440.000 Patienten mit dem Risiko sich Druckgeschwüre einzuhandeln. In Pflegeheimen gibt es für 34,4 % der PatientInnen (= fast 300.000 Menschen) nur eine unzureichende Ernährung und Flüssigkeitsversorgung, und selbst die Versorgung von Blasen- und Darmschwäche ist in 15,5 % der Heime nicht angemessen. Im Ergebnis müssen über 100.000 Menschen allein in Heimen damit rechnen, in dieser Beziehung keinen menschenwürdigen Umgang zu finden. Beachtlich ist, dass sich diese Werte in den letzten Jahren kaum verbessert haben, sind sie doch besonders pflegeintensiv.

Mehr dazu:

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Stellungnahme: Auch in der Pflege - Menschen in Not 477 kB Stellungnahme: Auch in der Pflege - Menschen in Not

Der DBSH zum Pflege-Weiterentwicklungsgesetz

gemeinsame Stellungnahme mit der DVSG

Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) begrüßt grundsätzlich das Vorhaben der Bundesregierung, die Pflegeversicherung entsprechend den Bedürfnissen und Wünschen der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen weiterzuentwickeln.

Insbesondere die Stärkung und Aktivierung der wohnortnahen Versorgungsstrukturen ist aus Sicht der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen ein wesentlicher Ansatzpunkt. Die Umsetzung der in der Begründung des Gesetzes formulierten Ziele:

  • das Vorhalten von menschenwürdiger Pflege

  • das Ermöglichen eines selbstbestimmten Lebens und

  • die selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft

erfordert dabei Regelungen, die deutlich über den pflegezentrierten Blickwinkel hinausgehen.