Heilpädagogik

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Heilpädagogik, ein Berufsfeld der Sozialen Arbeit?!?!

Stand 2010

Ist Heilpädagogik, ein Berufsfeld der Sozialen Arbeit oder ein Berufsbild in der Schnittmenge zwischen Sozialer Arbeit und Pflege?

Diese Fragestellung ist nicht neu. Bereits 1953 wird Heilpädagogik im Lexikon der Pädagogik wie folgt beschrieben: „Heilpädagogik hat also primär Erziehung, nicht Heilung im Sinne der Heilkunde zum Gegenstand. Soweit letztere bei gezogen wird, dient sie der Erziehung, Heilerziehung ist nicht eine Hilfsdisziplin der Medizin, sondern die Medizin ist eine Hilfsdisziplin der Heilpädagogik“ An anderer Stelle wird ausgeführt: „Die neuzeitliche Pädagogik, die mehr und mehr systematisch wird, nimmt in vielen ihrer Vertreter auch das Problem der Heilerziehung und Sonderbildung mit auf (Comenius, Pestalozzi, Felbiger, Milde J. B. Herrgenröther, Palmer, Dursch)“. Weitergehend wird die Heilpädagogik in vielen Erläuterungen als Teil der Sonderpädagogik definiert.

Aktuell definiert der DBSH Heilpädagogik wie folgt: „Heilpädagogik wird definiert als Theorie und Praxis der Erziehung und Förderung all jener, deren Personalisation und Sozialisation unter erschwerten Bedingungen erfolgt. Häufig wird auch von Beeinträchtigungen im körperlichen, psychischen, sozialen und geistigen Bereich gesprochen, die leichter, schwerer oder vorübergehender Art sind, und die die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen erschweren können.“ Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die im körperlichen, geistigen, psychischen und sensorischen Bereich beeinträchtigt und für die spezielle pädagogisch-therapeutische Angebote erforderlich sind. Zur Durchführung der Tätigkeit werden Kenntnisse aus den Bereichen Pädagogik, Medizin, Soziologie, Psychologie, Sozialmedizin, Heilpädagogik (Methodik und Didaktik) und Anthropologie benötigt.

Einen weiteren Orientierungspunkt bilden die rechtlichen Grundlagen, in denen sich die Heilpädagogik bewegt. So werden die gesetzlichen Grundlagen für eine Kostenübernahme einer heilpädagogischen Maßnahme durch die örtlichen Kostenträger (Sozial- bzw. Jugendhilfe) im SGB XII (in den §§ 53 ff) sowie im SGB VIII (in den §§ 27 ff., 35a, 36) geregelt. In Einzelfällen übernehmen Krankenkassen im Rahmen der Einzelfallentscheidung die Behandlungskosten. Die Anträge auf Kostenübernahme werden vom Leistungsberechtigten (Eltern) beim jeweils zuständigen Kostenträger gestellt.

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