Gesundheit, Politik und die Soziale Arbeit

Ca. 20 % der Mitglieder arbeiten im Bereich der Gesundheit. Angefangen von MitarbeiterInnen ambulanten Suchtberatungsstellen, sozialpsychiatrischer Dienste und psychosozialer Beratungsstellen bis hin zu KollegInnen in Akut- und Reha-Krankenhäusern, psychiatrischen Kliniken oder in der Forensik. 

Der DBSH sieht die Soziale Arbeit im Gesundheitsbereich als Teil der Sozialen Arbeit insgesamt. Diese Standortbestimmung ist weit mehr als eine theoretische Überlegung. Trägt Soziale Arbeit in ihrer Zuordnung als patientenbezogene gesundheitliche Dienstleistung zur Individualisierung von Lebensrisiken bei, oder schafft sie in ihrem Tun gesellschaftliche Bezüge z.B zu krankmachenden Lebensbedingungen oder aber zu den Ressourcen in der Lebenswelt des Klientel, z.B. dem Arbeitsplatz oder dem Stadtteil? Ist das in jüngster Zeit propagierte Konzept der „Klinischen Sozialarbeit“ mit den damit verbundenen gesonderten Ausbildungserwartungen Vorbild für eine Professionalisierung und Verbesserung der Präsenz auf dem Beschäftigungsmarkt, oder ist es als Entwertung der Sozialen Arbeit abzulehnen?

Der DBSH ist stolz darauf, in den „gesundheitsbezogenen“ Tätigkeitsfeldern gut und mit zahlreichen Aktivitäten vertreten zu sein. In der kollegialen Vernetzung sind wir mit unserer Kooperations-Mitglied DVSG sehr eng verbunden. Alle fachlichen Vertretungen in diesem Feld werden gemeinsam vertreten.
Mehr dazu hier.

Hier finden Sie alle Stellungnahmen des DBSH zu den Themen "Gesundheitshilfe". Alle Texte stehen Ihnen zudem als Download zur Verfügung.

Die jeweiligen aktuellen Ansprechpartner_innen finden sich hier.

Gemeinsame Stellungnahme der DVSG und des DBSH

zum Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Vorschriften
(Zweites Pflegestärkungsgesetz-PSG II)
Bundesratsdrucksache 354/15

Stand Sept. 2015

Grundsätzlich:

Die DVSG begrüßt grundsätzlich das ambitionierte Gesetzesprojekt, in dessen Zentrum die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) mit der Einführung von fünf Pflegestufen steht. Der damit einhergehende Perspektivwechsel hin zu einer stärkeren Fokussierung auf individuelle Ressourcen, auf den Erhalt der Selbständigkeit sowie die Gleichbehandlung körperlicher, kognitiver und psychischer Beeinträchtigungen und Fähigkeitsstörungen bei der Einstufung in einen Pflegegrad sind seit langem notwendige Anpassungen der Pflegeversicherung.

Für die Soziale Arbeit sind die Neuregelungen zur Verbesserung der Beratung von besonderem Interesse. Das Ergebnis ist aus Sicht der Sozialen Arbeit nicht durchgängig positiv zu bewerten: Die systematischere Darstellung der Bereiche Aufklärung, Information und Beratung im Gesetz und die Integration der Regelungen zu den Pflegestützpunkten aus § 92c in den § 7c erleichtert die Verständlichkeit des Gesetzes. Unklar ist aber beispielsweise, ob sich die Beschränkung des § 7 auf „Aufklärung und Auskunft“ (vorher Aufklärung und Beratung) ausschließlich auf die Aufgaben der Pflegekassen als Beratungsakteur bezieht, was aus unserer Sicht durchaus sachgerecht ist, oder damit generell der Beratungsanspruch der Menschen mit Pflegebedarf eingeschränkt wird. Grundsätzlich zu kritisieren ist die nicht ausreichend berücksichtigte Notwendigkeit der Stärkung der Kommunen im Bereich der Beratung und die fehlenden Regelungen zur Verzahnung der Angebote des Gesundheits- und des Sozialwesens.

Verbände loten Gemeinsamkeiten und Schnittstellen aus

Vertreter_innen der drei Verbände in Berlin

Stand August 2015

Zu einem Sondierungsgespräch trafen sich Vertreter_innen des Deutschen Berufsverbandes für Soziale Arbeit (DBSH) Landesverband Niedersachsen, der Gesundheitsgewerkschaft Niedersachsen (GeNi) und der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) in der Bundesgeschäftsstelle des DBSH in Berlin. Wie kann eine Zusammenarbeit im Gesundheitssektor in Niedersachsen aussehen? Welche Möglichkeiten sehen die Verbände in einer partnerschaftlichen gewerkschaftlichen Vertretung im Gesundheitssektor? Wie finden sich Überschneidungen in der fachlichen Vertretung?
Die Vertreter_innen der Verbände beschlossen diese Themen weiter zu verfolgen und weitere Gespräche werden folgen.

Arbeitsgemeinschaft für psychiatrische Sozialarbeit

Eine Arbeitsgemeinschaft Sozialarbeit in psychiatrischen und suchttherapeutischen Arbeitsfeldern (ASP) wurde von Vertretern der vier Verbände, DGS (Deutsche Gesellschaft für Sozialarbeit), DGSP (Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie), DVSK (Deutsche Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen und DBSH gegründet. Die Arbeitsgemeinschaft, die von Prof. Dr. Wolf Crefeld in Bochum initiiert wurde, soll die Ressourcen der beteiligten Verbände im Hinblick auf die weitere Professionalisierung der Sozialarbeit/Sozialpädagogik in psychiatrischen und suchttherapeutischenArbeitsfeldern und die Entwicklung einer entsprechenden sozialarbeitswissenschaftlichen Subdisziplin bündeln.

Mehr dazu finden Sie hier.

Vertiefte Informationen ist im folgenden Buch zu finden:
"Qualitätskonzept für die Sozialarbeit in den psychiatrischen Kliniken"

DBSH unterstützt Bielefelder Appell

Juni 2014

Die Pflege und Betreuung in Altenheimen und in der Betreuung behinderter und psychisch kranker sowie sozial geschwächter Menschen ist in Gefahr. Mitarbeitende am Rande ihrer Kräfte durch Arbeitsverdichtung sowie Stress und Krankheit. Betroffene Menschen zunehmend eingeschränkt in der Wahrnehmung ihrer Selbständigkeit und ihrer Rechte. Inklusionsvorgaben der UN-Konvention für Deutschland Makulatur?

Die Betriebsräte und Mitarbeitendenvertretungen aus Bielefelder Einrichtungen und Diensten (Mehr als 13.500 Beschäftigte) haben am 22.8.2012 mit Unterstützung von Annelie Buntenbach (DGB-Bundesvorstand) an die Öffentlichkeit und die Politiker in Bielefeld und im Land appelliert. Der DBSH unterstützt diesen Appell.

Zum Bielefelder Appell geht es mit folgendem Link: www.soltauer-impulse.culturebase.org.