Netzwerktreffen Gesundheit und Soziale Arbeit

(06.10.2016)

Anfang Oktober fand in München das diesjährige Netzwerktreffen "Gesundheit und Soziale Arbeit" zwischen Vertreter_innen des Deutschen "Berufsverbandes für Soziale Arbeit e.V". (DBSH) und der "Gewerkschaft für das Gesundheitswesen" (GeNi) statt.  Neben dem Erfahrungsaustausch wurden weiterführend einige Problematiken und Lösungsansätze besprochen.   

 

Synergieeffekte nutzen, sich über Erfahrungen austauschen und über den eigenen Tellerrand schauen. Dabei ging es zuletzt beim Netzwerktreffen "Gesundheit und Soziale Arbeit". In den letzten Jahren hat sich eine Entprofessionalisierung und somit eine Verschärfung auf dem Arbeitsmarkt in den Bereichen Gesundheit, Pflege und innerhalb der Sozialen Arbeit zu spüren. In diesen speziellen Bereichen sollte es primär darum gehen, anderen Menschen in ihren Lebenslagen zu helfen. Leistungsgerechte Bezahlungen oder familienfreundliche Arbeitsbedingungen werden leider nicht ausreichend von der Arbeitgeberseite angeboten. Unter anderem aus diesen Gründen entscheiden sich viele gegen eine Arbeit im sozialen Bereich. Eine Anerkennung sei zwar von Seitens der politischen Entscheidungsträger gegeben, eine finanzielle oder gesundheitliche Aufwertung suche man als Arbeitnehmer jedoch vergebens, so das Fazit aller Teilnehmer_innen des Netzwerktreffens. In Teilbereichen verschärfe sich die Lage so dramatisch, das Mitarbeiter_innen aus gesundheitlichen Gründen ihre eingeschlagene berufliche Laufbahn nicht bis zum Rentenalter vorsetzten können. Dieser Zustand wirkte sich auf die Berufswahl derjenigen aus, welche sich nach ihrer schulischen oder akademischen Ausbildung entscheiden. 

 

In Bezug auf die Herausforderungen der kommenden gesetzlichen Schuldenbremse und den bisherigen Vorschlägen zur Reform des SGB IIX, wird sich Bundesweit die Lage vieler Mitarbeiter_innen verschärfen. Ein Trend der Verschmelzung der Leiharbeit und Solo-Selbstständigen im Gesundheits- und Sozialwesen sei keine solide Grundlage, Qualität herzustellen oder zu erhalten. 

 

Nach dem großen Flüchtlingszustrom des letzten Jahres, bemerkeman nun auch weitere Problematiken im Umgang mit den Neuankömmlingen. Unter anderem wegen personeller Unterbesetzung, tuen sich derzeit große Defizite auf. Dadurch können die Mitarbeiter_innen, welche in den Bereichen der Gesundheit und Sozialen Arbeit tätig sind, nicht gezielt und nachhaltig auf die Bedürfnisse derjenigen eingehen, welchen sie helfen müssen. 

 

Am Ende des Netzwerktreffens einigten sich alle Teilnehmer darauf, dass die GeNi verstärkt im Funktionsbereich "Gesundheitshilfe" des DBSH mitwirken wird. Dadurch soll ein noch intensiverer Austausch beider Verbände erfolgen. 

 

Trafen sich beim diesjährigen Netzwerktreffen "Gesundheit und Soziale Arbeit" Anfang Oktober in München: Nicole Plettau (DBSH), Thomas Greune (DBSH), Michael Leinenbach (DBSH), Jens Schnepel (GeNi) und Michael Borges (GeNi) (v.l.n.r). Bild: Sven Mohr