Geschichte der Profession

Präambel für das Historische Archiv

Die Projektleitung des Historischen Archives des Fördervereins für Soziale Arbeit (FSA) e.V. hat sich für Ihre Arbeit im / am historischen Archiv eine Präambel gegeben. Die Präambel gilt übertragen auch für die Bewertung und Veröffentlichung von Unterlagen.

Berlin, den 25.06.2016

Dr. Claudia Wiotte-Franz      Michael Leinenbach

 

Präambel für das Historische Archiv des Fördervereins für Soziale Arbeit (FSA) e.V.

Geschichtsforschung und –schreibung untersuchen Vergangenes aus der Perspektive der Gegenwart. Die Betrachtung der Vergangenheit in der Gegenwart muss daher immer unter den Zeichen der jeweiligen Zeit sowie der historischen Gesichtspunkte erfolgen. Alle früheren und heutigen Akteure waren und sind immer Kinder der jeweiligen Zeitepoche. 

„Glauben Sie, die Vergangenheit sei, nur weil sie schon geschehen ist, fertig und unabänderlich? Ach nein, ihr Kleid ist aus schillernden Taft geschneidert, und jedesmal, wenn wir uns nach ihr umdrehen, sehen wir sie in einer anderen Farbe.“ 

Milan Kundera, 1973, Das Leben ist anderswo, Roman, Frankfurt Suhrkamp 1990, S. 120

 

 

Historisches Archiv

Derzeit sind Michael Leinenbach und Dr. Claudia Wiotte-Franz dabei in der Bundesgeschäftsstelle des DBSH in Berlin ein historisches Archiv aufzubauen. Für das historische Archiv ist ein separater Raum vorgesehen der langfristig als Präsenzbibliothek mit Lesemöglichkeit vorgesehen. Publikationen der Präsenzbibliothek können jedoch nicht ausgeliehen werden. 

In der Präsenzbibliothek werden Unterlagen (Beschlüsse, Protokolle, sonstige Unterlagen des DBSH und der Vorgängerverbände - sofern vorhanden) und Publikationen (auch Verbands- und Fachzeitschriften der Vorgängerverbände, auch hier soweit vorhanden) entsprechend archiviert.

Darüber hinaus werden der Präsenzbibliothek auch Publikationen des DBSH oder von Funktionsträgern des DBSH in Büchern, sonstigen Fachzeitschriften usw.) zugeführt.

Sollten Sie über solche Publikationen verfügen bitten wir Sie dem DBSH diese zur Verfügung zu stellen oder entsprechende Informationen (Name des Buches, Autoren, Erscheinungsjahr, ISBN Nummer (o.Ä.) ) zukommen zu lassen, so dass der DBSH die geschichtlichen Quellen weitestgehend für die zukünftigen Generationen aufbauen und erhalten und das Archiv dann für Forschungszwecke öffnen können.

Gleichsam wurden Unterlagen bereits an weitere Archive übergeben. Daher wird das Archiv eine enge Partnerschaft mit dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) http://www.dzi.de, Frauenverbänden der Kirchen sowie weiteren Organisationen zusammen arbeiten.

Das Historische Archiv - Ziele und Aufgaben

Aus verschiedenen früheren Verbänden der Sozialbeamtinnen und Sozialbeamten, der Fürsorgerinnen und Fürsorger, konfessionellen und überkonfessionellen Verbänden, dem Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) und seinen Landesverbänden sowie weiteren Archiven und Nachlässen werden Unterlagen und Publikationen gesichtet und entsprechend ausgewertet und bei Überlassung bzw. Schenkung archiviert. Das Historische Archiv richtet hierbei seinen Blick vom „beruflichen“ deutschen „Armenwesen“, das aus dem „Almosenwesen“ heraus entstand, über die Entwicklung des Erziehungswesens bis hin zur heutigen Inklusion. Nur die verbandlichen Entwicklungen zu sehen, ist zu kurz gegriffen. Neben der historischen Entwicklung der unterschiedlichsten Verbände geht der Blick auch immer wieder auf die Ereignisse, die die Entstehung dieser Verbände ermöglichten. Dabei ist es wesentlich, die Historie der Beruflichkeit und die Entstehung der Verbände verständlich darzustellen und für die zukünftigen Generationen zugänglich zu machen.

Das Historische Archiv zählt zu seinen Aufgaben:

  • Sichtung und Archivierung der vorhandenen Unterlagen früherer Verbände der Sozialbeamtinnen und Sozialbeamten, der Fürsorgerinnen und Fürsorger, konfessionellen und überkonfessionellen Verbänden, dem Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) und seinen Landesverbänden

  • Erstellung von entsprechenden elektronischen Datenbanken (z.B. Findbücher, Aufbau eines systematischen Ordnungssystems)

  • Digitalisierung des vorhandenen Archivmaterials

  • Aufbau eines Fotoarchives

  • Aufbau einer Präsensbibliothek zur Nutzung zu wissenschaftlichen Zwecken

  • Das Historische Archiv steht jungen jungen Kollegen_innen im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten für Bachelor- und  Masterarbeiten sowie für Promotionen zur Verfügung

  • Austausch und Kooperation mit weiteren Archiven und Schenkungen im Bereich der Profession Sozialer Arbeit

  • Bildungsarbeit: z.B. Schulung von jungen Kollegen_innen aus der Profession